3 Übungen für mehr Ryhthmus im Parcours

3 Übungen für mehr Rhythmus im Parcours

Parcours sind heutzutage nicht mehr einfach nur Höher, Breiter & Länger, sondern sorgen auch für immer mehr technische Herausforderungen. Die Distanzen stehen lange nicht mehr “ideal”, die Wege und Sprungfolgen werden kniffliger. Da zieht man jedes Mal innerlich den Hut, wenn man eine harmonische, so leicht aussehende Runde eines Reiter-Pferde-Paares bestaunen darf. Ein ganz großer Knackpunkt ist hier das Thema Rhythmus.

Jeder Springreiter hat es wahrscheinlich schon das ein oder andere Mal erlebt: Plötzlich geht der Rhythmus flöten und der Fehler am nächsten Hindernis ist schon so gut wie vorprogrammiert. Dabei bedeutet Rhythmus nicht unbedingt, dass jeder Galoppsprung wie der Andere sein muss – schließlich muss man auch mal die Galoppsprünge verlängern oder verkürzen können. Das ganze sollte einfach so geschmeidig geschehen, sodass Pferd & Reiter ihren Rhythmus eben nicht verlieren und ganz lässig die Länge des Galoppsprungs variieren können.

Um den Rhythmus zu verbessern und die Durchlässigkeit des Pferdes zu fördern, habe ich für euch 3 Übungen vorbereitet. Alle Übungen sind in ihrer Schwierigkeit variabel und somit sind diese für jeden geeignet. Für alle Aufgaben gilt natürlich, dass das Pferd zuvor sorgfältig aufgewärmt und gemäß der Ausbildungsskala gelöst wurde.

3 Übungen für mehr Ryhthmus im Parcours

Ruhig und Gelassen durch die Cavaletti-Reihe

Einige Pferde werden etwas klemmig oder stürmisch wenn es ans Springen geht. Oder der Reiter will immer jede Distanz reiten und wirkt viel zu stark auf das Pferd ein. Ziel der ersten Übung ist es also erstmal die Gelassenheit zu fördern und ob mit Sprüngen oder ohne – jeder Galoppsprung ist wie der vorherige.

Ihr benötigt dazu mindestens 3 Cavalettis oder kleine Sprünge, welche auf gerader Linie zu einer Reihe aufgestellt werden. Habt ihr einen großen Platz zur Verfügung, könnt ihr die Reihe auch sehr gerne noch verlängern. Die Distanz zwischen den einzelnen Cavalettis oder Sprüngen sollte immer identisch sein – ich bevorzuge 3 Galoppsprünge (14-15m).

Reitet nun gelassen jeden Galoppsprung wie den anderen, ohne euch einen großen Kopf um die kleinen Cavalettis zu machen. Die Hindernisse sind natürlich mittig und gerade ohne irgendwelche Schlangenlinien zu überwinden. Habt ihr einmal euren Rhythmus gefunden werdet ihr merken, wie einfach diese Übung sein kann.

Ist eure Pferd viel zu heiß und es wird und wird nicht gelassener, könnt ihr diese Übung auch erstmal in Form von Stangen auf dem Boden absolvieren. Die meisten Pferde sind hier schon etwas entspannter. Nach und nach könnt ihr dann erst eine Stange, dann die anderen, durch kleine Sprünge oder Cavalettis ersetzen.

Variieren könnt ihr diese Übung ansonsten natürlich in Form der Distanz zwischen den Sprüngen. Stellt es gerne mal weiter oder enger um auch den Rhythmus im großrahmigeren und versammelteren Galopp zu üben.

3 Übungen für mehr Ryhthmus im Parcours

Flüssig durch Wendungen galoppieren

So oft sieht man es: Reiter die in der Wendung ihr Pferd komplett rausnehmen und dann danach irgendwie versuchen eine Distanz auf den Sprung zu reiten. Dabei könnte es so einfach sein – reitet man nämlich im Rhythmus durch die Wendung und das Pferd zieht anschließend schön zum Sprung kommt die Distanz in der Regel von ganz allein. Denn sind wir mal ehrlich – wenn ich die Distanz erst nach der Wendung sehe und es nun aber gar nicht passt, habe ich kaum eine Möglichkeit das noch schön zu korrigieren.

Die zweite Übung dreht sich daher um das Galoppieren durch Wendungen. Und zwar im Rhythmus! Dafür benötigen wir zwei Cavalettis oder Sprünge die so aufgebaut werden, wie ihr es im Bild unten sehen könnt. Achtet darauf, dass ihr noch etwa 1-2 Galoppsprünge vor dem Sprung Platz habt, um euer Pferd geradezurichten. Wir wollen hier jetzt noch kein wildes Stechen üben. Zu Beginn könnt ihr diese Übung natürlich auch erst einmal im Trab reiten.

3 Übungen für mehr Ryhthmus im Parcours

Man beginnt also beispielsweise auf der linken Hand, reitet nun ab der Mitte der Bahn im Schulterherein in die Ecke. Dadurch bekommt ihr euer Pferd schön an den äußeren Zügel – Achtung innere Hand darf nicht festhalten! Wenn ihr nun nun das “aus der Ecke kehrt” schön fleißig weiterreitet, zieht euer Pferd wie von allein an den äußeren Zügel. Dann heißt es einfach vor dem Hindernis nur noch: Geraderichten, Hand ruhig stehen und das Pferd zum Sprung ziehen lassen.

Nach dem Sprung dann mit viel Gefühl und sanften Hilfen das Pferd wieder zurücknehmen und mehr versammeln. Die selbe Übung folgt dann auf der anderen Hand.

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Galoppstangen mal anders

Zum Schluss folgt noch eine meiner Lieblingsübungen. Dabei werden Galoppstangen auf einer geraden Linie auf den Boden gelegt. Aber nicht alle im selben Abstand, sondern immer enger werdend. Da Pferde in der Regel dazu neigen sowieso immer etwas energischer und flotter zu werden, machen wir diese Übung nur von langem zu kurzem Galoppsprung und nicht umgekehrt.

Zum Aufwärmen legt ihr die Galoppstangen alle auf den normalen Abstand von etwa 3m. Ich arbeite gerne mit mindestens 5 Stangen. Ihr könnt natürlich auch zu beginn erstmal nur 3 oder 4 nehmen. Denkt natürlich wie immer dran die Stangen schön gerade und mittig zu überwinden und auch sowohl die Aufgabe im Links- als auch im Rechtsgalopp zu absolvieren.

Hat eure Pferd die Stangen ein paar Mal normal gemacht könnt ihr anfangen die Abstände zu verändern. Mit einem schon weiter ausgebildeten und durchlässigem Pferd verändere ich die Abstände im nächsten Schritt auf: 4m, 3,5m, 3m, 2,5m. Bei einem jüngeren oder unerfahrerenerem Pferd könnt ihr natürlich die Unterschiede erstmal geringer wählen.

Wichtig ist, dass ihr bei dieser Aufgabe das Pferd schön vor euch habt und auch wieder mit feinen Hilfen zurückholt. Trotzdem dürft ihr nicht vergessen beim verkürzen der Galoppsprünge weiterzutreiben, sonst fällt euer Pferd nämlich auf die Vorhand und ihr zieht nur noch im Maul herum. Also auch in dieser Aufgabe immer schön von hinten nach vorne reiten.

Die “Königsdisziplin” ist dann die Abstände noch unterschiedlicher zu machen: 4,5m, 3,5m 2,7m, 2,2m. Wenn das flüssig und mit feinen Hilfen klappt – herzlichen Glückwunsch! Lobt euer Pferd, lasst die Zügel aus der Hand kauen und gebt ihm später noch eine Extra-Möhre!

3 Übungen für mehr Ryhthmus im Parcours

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4 Kommentare

  • Izabella 19. Februar 2018 at 12:14

    Liebe Alina,
    Super Übungen! Wie ist das eigentlich: Man sieht ja immer wieder (gerade bei Olympia im Sommer) die Springturniere. Haben die Pferde und Reiter die Möglichkeit vorher den Parcours zu üben und zu trainieren? Oder ist das nach dem Motto: Ihr bereitet euch zu Hause auf alles vor?
    Viele Grüße, Izabella

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    • Alina 19. Februar 2018 at 12:24

      Liebe Izabella,
      nein, die Pferde und Reiter können den Parcours nicht vorher üben – also nicht so, wie er in der Prüfung nachher steht. Das wird immer erst kurz vorher bekannt gegeben. Es gibt natürlich so “Standardaufgaben” die immer abgefragt werden, das kann man natürlich zuhause konkret üben. Was es aber gibt, sind sogenannte Einlaufprüfungen: Die Tage vor dem großen Wettkampf sozusagen gibt es noch andere Wettbewerbe um den Pferden schonmal den Platz und die Atmosphäre zu zeigen.
      Liebe Grüße, Alina

      Reply
  • 3 Übungen für mehr Rhythmus im Parcours » Equnity 17. März 2018 at 17:39

    […] Weiterlesen » […]

    Reply
  • Die Ausbildungsskala - systematische Ausbildung eines Pferdes | EquiCani 7. Mai 2018 at 8:01

    […] die Füße eures Pferdes abfußen. Das Pferd können außerdem Trabstangen (oder auch Schritt- oder Galoppstangen) unterstützen einen gleichmäßigen Takt zu finden und zu […]

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