Der Traum vom eigenen Fohlen - die Kosten

Der Traum vom eigenen Fohlen – Die Kosten [Teil 7]

Schon bei den Gedanken seine Stute decke zu lassen sollte man im Voraus an die entstehenden Kosten denken. Denn bis aus einem Fohlen überhaupt erstmal ein Reitpferd geworden ist, wird es schon einiges an Geld gekostet haben. Und dazu hat man beim Züchten natürlich nie eine Garantie, dass es genau das Pferd wird, was man sich gewünscht hat.

Der Traum vom eigenen Fohlen - die Kosten

Kosten bis zur Fohlengeburt

Alleine schon bevor das Fohlen das Licht der Welt erblickt hat, entstehen einige Kosten. Zunächst einmal muss die Stute natürlich während der Trächtigkeit versorgt werden. Wir nehmen an, die Stute steht in einem Reitstall und die Pensionskosten belaufen sich auf 250€ pro Monat.

Außerdem fallen in dieser natürlich weiterhin Kosten für den Schmied (240€), Impfungen und Wurmkuren (180€) an.

Ebenso fallen vor der Fohlengeburt noch die Kosten für die Decktaxe und Besamung an. Der Preis der Decktaxe variiert natürlich je nach Ansprüchen an den Deckhengst. Mit rund 1.000€ sollte man allerdings schon für Decktaxe und Versand rechnen. Dazu kommen dann noch die Tierarztkosten für die Besamung und Trächtigkeitsuntersuchungen, die sich auf rund 400€ belaufen.

Damit das Fohlen später seine Papiere bekommt, muss man noch Mitgliedschaft in einem Zuchtverband werden. Die Kosten belaufen sich auf durchschnittlich 90€.

Nicht zu vergessen sollte die Haftpflichtversicherung der Stute in der Zeit der Trächtigkeit sein. Diese kostet je nach Versicherung rund 60€ pro Jahr.

Bis überhaupt das Fohlen entstanden ist und überhaupt das Licht der Welt erblickt hat, sind so schon Kosten in Höhe von rund 4.720€ angefallen. Mehrkosten für eine mögliche zweite oder dritte Besamung, Komplikationen oder auch Zusatzfuttermittel sind hier nicht berücksichtigt.

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Kosten vom Fohlen bis zum Reitpferd

Das Fohlen erblickt das Licht der Welt und läuft die ersten sechs Monate noch bei der Mutterstute bei Fuß. Wir rechnen für diese sechs Monate mit den 250€ für Mutterstute und Fohlen zusammen weiter.

Ebenso fallen für das Fohlen noch Kosten für Schmied (150€), Impfungen und Wurmkuren (85€) an. Eine Eintragung beim Zuchtverband kostet rund 200€.

Unser Fohlen wird also nach 6 Monaten von der Mutterstute abgesetzt. Die Kosten für die Stute betrachtet wir ab jetzt also nicht mehr. Bis das Fohlen dreijährig ist vergehen also noch 30 Monate in denen es jeden Monat rund 180€ an Pensionskosten benötigt.

In dieser Zeit fallen natürlich auch weitere Besuche des Hufschmieds (600€), Impfungen und Wurmkuren (525€) an.

Ebenso muss das Fohlen nach dem Absetzen eine eigene Haftpflichtversicherung bekommen die für diese drei Jahre 180€ zusammen kostet.

Wir kommen also so auf eine Gesamtsumme von 13.360€ bis aus dem Fohlen ein noch nicht eingerittener Dreijähriger geworden ist. Auch hier sind wieder mögliche Verletzungen und Zusatzfuttermittel nicht mit einberechnet. Diese Summe befindet sich also an der unteren Grenze für die Kosten eines eigenen Fohlens.

Der Traum vom eigenen Fohlen - die Kosten

Selbst züchten oder Jungpferd kaufen?

Diese Frage ist natürlich abhängig davon, ob man für den Eigenbedarf züchtet und wie hoch die eigenen Ansprüche sind.

Allerdings hat man natürlich beim eigenen Fohlen immer die Gefahr, dass es nicht so wird, wie man es sich wünscht. Das kann einmal ein mangelndes Exterieur sein, fehlende Qualität oder auch ein mangelhaftes Interieur. Also auch wenn man nur als Hobbyreiter für den Eigenbedarf züchtet, kommt man eventuell in die Situation das eigene Fohlen zu verkaufen, weil es einfach zu schwierig ist.

Allerdings für ein durch- oder sogar unterdurchschnittlichen Dreijährigen, der auch noch nicht angeritten ist die über 13.000€ zu verlangen nur um seine Kosten zu decken ist mehr als schwierig.

Nun könnte man natürlich über den Kauf eines Jungpferdes nachdenken. Gerade nicht eingerittene Youngster bekommt man je nach Ansprüchen schon für unter 10.000€. Viel günstiger ist das sicher nicht, aber man sieht eben schonmal was man hat und kauft natürlich im besten Fall auch ein gesundes Pferd.

Letztendlich hat es natürlich einen unfassbaren Charme ein Fohlen aus der eigenen Stute zu ziehen, jedoch sollte man sich auch für alle Möglichkeiten schon im voraus Gedanken machen. Denn auch wenn das Fohlen am Ende nicht so wird, wie man es sich wünscht, ist es dennoch ein Lebewesen, welches Anspruch auf ein artgerechtes Leben hat.

Der Traum vom eigenen Fohlen - die Fohlenaufzucht

Der Traum vom eigenen Fohlen – Die Fohlenaufzucht [Teil 6]

Das kleine Fohlen hat endlich das Licht der Welt erblickt und der Traum vom eigenen Fohlen ist wahr geworden. Allerdings sollte man sich im Voraus schon Gedanken über eine argerechte Fohlenaufzucht des Sprösslings machen um dem Fohlen einen bestmöglichen Start in sein Leben zu bieten.

Eine gute Fohlenaufzucht

Eine gute Fohlenaufzucht ist nicht nur wichtig für die körperliche, sondern auch die seelische Entwicklung des jungen Pferdes. Fehler, die in der Zeit der Aufzucht gemacht werden, können schwer wieder ausgebügelt werden.

Grundstein einer artgerechten und guten Fohlenaufzucht sind ausreichende Bewegungsmöglichkeiten und Sozialkontakte. Zwar sollte das Fohlen in seinen ersten Lebenstagen nur mit der Mutter geduldig an seine Umgebung und vorallem auch den Weidezaun gewöhnt werden, doch wenn es anschließend mit der Mutterstute in eine Stuten-Fohlen-Herde kommen. Hier kann es mit Gleichaltrigen spielen und Sozialkontakte pflegen.

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Das Fohlen sollte in erster Linie natürlich Pferd sein dürfen. Allerdings sollten natürlich auch schon einige Grundregeln erlernt werden. Der Mensch sollte eine verlässliche Führungsperson für das Fohlen sein. So steht anfangs natürlich auch immer die Mutterstute zur Seite des unerfahrenen Fohlens, während es die Berührungen des Menschen kennenlernt. Verzichte auf zu langes Üben oder Überfordern des Fohlens. Nach und nach kann es in seinem jungen Lebensalter aber auch schon an das Halfter gewöhnt werden, Putzzeug kennen lernen und lernen geführt zu werden.

Auch sind von Beginn an regelmäßige Termine beim Schmied zu empfehlen. Diese dienen in erster Linie zur Vorsorge und sollen mögliche Fehlstellungen frühzeitig erkannen. So können diese rechtzeitig korrigiert werden. Auch regelmäßige Impfungen und Wurmkuren sollten vom Tierarzt des Vertrauens durchgeführt werden. Am besten sollten Entwurmungen natürlich gleichzeitig in der ganzen Herde durchgeführt werden.

Vom Fohlen zum Jungpferd

Schnell wird man merken, dass das aufgeweckte und neugierige Fohlen zu einem selbstständigen Jungpferd heranwächst. Schon nach dem zweiten Lebensmonat trinkt es zwar noch die Milch der Stute, kann aber schon Körner- und Raufutter verwerten. Hier sollte man ein ausgewogenes Fohlenfutter zufüttern. Dieses enthält wichtige Vitamine und Mineralstoffe für ein gesundes Wachstum des Fohlens. Wichtig ist allerdings, dass das Fohlen schlank gehalten wird – aber natürlich nicht mager. Ausreichend Bewegung und Beschäftigung mit Artgenossen sorgen allerdings in den meisten Fällen für den nötigen „Sport“.

Der Traum vom eigenen Fohlen - die Fohlenaufzucht

Ein Absetzen des Fohlens erfolgt in der Regel nach rund 6 Monaten. Spätestens sollte dies allerdings nach rund 8 Monaten erfolgen, um die Stute zu schonen. Denn so ein kleines milchsaugendes Jungpferd, kann eine Stute ganz schön ausmergeln. Das Absetzen kann nach und nach oder abprubt erfolgen. Hilfreich ist natürlich, wenn das Fohlen direkt in eine Herde mit anderen Absetzern kommt. So ist der Trennungsschmerz schnell überwunden.

Aber auch die Jungpferde-Herde sollte genügend Bewegung, Licht und Luft haben. Das heißt im Sommer große Weiden und im Winter Offen- oder Laufställe mit großen befestigten Paddocks. Ein abwechslungsreiches Gelände schult die Trittsicherheit und fördert die Aufmerksamkeit. Auch eine bedarfsgerechte Fütterung ist in diesem Alter wichtig. Die Jungpferde sollten zudem nicht verwildern und regelmäßig den Kontakt zu Menschen haben. Sei es bei der Fütterung, der Kontrolle der Herde oder ähnlichem. Es sollte ein gesunder Mix zwischen „Pferd sein“ und „Kennenlernen mit dem Menschen“ sein.

Der Traum vom eigenen Fohlen – Die Fohlengeburt [Teil 5]

Es ist wohl einer der emotionalsten Momente und ich kann mich glücklich schätzen, so einen Moment einmal miterlebt zu haben – eine Fohlengeburt.

Und gerade die Geburt von dem eigenen Fohlen ist wohl nochmal eine Hausnummer emotionaler. Nach rund 11 Monaten Trächtigkeit ist es endlich so weit. Gerade unerfahrenen „Hobbyzüchtern“ möchte ich an dieser Stelle aber nochmal ans Herz legen, sich erfahrene Unterstützung zu suchen. Der Tierarzt sollte um den errechneten Geburtstermin Bereitschaftsdienst haben um vorallem bei möglichen Komplikationen einschreiten zu können.

Anzeichen auf die bevorstehende Fohlengeburt

Eine Fohlengeburt kündigt sich meist schon einige Tage vorher an und kann von aufmerksamen und erfahrenen Pferdebesitzern erkannt werden. Es bilden sich Ödeme am Unterbauch, den Hintergliedmaßen und in der Eutergegend der Stute. Durch das Einsinken der Beckenbänder wirkt die Stute außerdem etwas eingefallen oder spitz. Auch der Schweif steht dadurch leicht ab.

Außerdem bilden sich ein bis sechs Tage vor der Geburt in der Regel Harztropfen am Euter der Stute und der Milchfluss setzt ein. Die Stute kann kurz vor der Geburt außerdem etwas unruhig sein. So beginnen manche Stute vor der Fohlengeburt vermehrt zu schwitzen oder treten gegen ihren Bauch.

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Die Fohlengeburt

In der Regel verlaufen 95% der Geburten ohne Komplikationen und ohne menschliche Unterstützung. Wichtig ist vorallem sich während der Geburt ruhig zu verhalten um die Stute nicht zu stören.

Die erste Phase einer Fohlengeburt ist die Eröffnungsphase. Hier treten rund zwei bis drei Stunden vor der Geburt die Eröffnungswehen ein. Dadurch wird das Fohlen gestreckt und in die richtige Position gebracht. Durch das platzen der Fruchtblase wird die zweite Phase – die Austreibungsphase – eingeleitet. Die Stute legt sich nun hin und gebärt durchschnittlich in 10 bis 30 Minuten ihr Fohlen. Dabei kommt das Fohlen bestenfalls in gestreckter Vorderendlage zur Welt. Das heißt, mit den ausgestreckten Vorderbeinen zuerst und dem darauf ruhenden Kopf.

Das Fohlen befindet sich noch in der Eihülle, die von der Stute zerbissen wird und so das Maul und die Nüstern des Fohlens befreit werden. Durch das Lecken der Nüstern wird der Atem des Fohlen angeregt. Die Nabelschnur reißt in der Regel von alleine durch das Aufstehen der Stute.

Die ersten Stunden danach

Ist das Fohlen auf der Welt beleckt die Stute das Neugeborene und stimuliert somit den Kreislauf. Sofern die Stute noch ziemlich geschafft von der Geburt ist, kann hier auch schon der Mensch das Fohlen vorsichtig mit Stroh trockenreiben.

Relativ zügig – meist schon innerhalb der ersten Stunde – steht das Neugeborene schon auf seinen langen wackeligen Beinen. Wichtig ist aber vorallem, dass es nun das lebenswichtige Kolostrum (oder auch als Biestmilch bekannt) trinkt. Denn dieses wird nur innerhalb der ersten Tage von der Stute produziert und die Konzentration von Antikörpern ist nach der Geburt am höchsten. Fohlen saugen etwa 7-10 Mal pro Stunde und trinken am ersten Tag etwa 10% ihres Körpergewichtes.

Aber nicht nur das Fohlen will während den ersten Stunden genau beobachtet werden, sondern auch die Mutterstute. Denn ebenso wichtig ist es, dass diese innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt die Nachgeburt ausscheidet und diese auf Vollständigkeit überprüft wird.

Das Fohlen muss außerdem bis spätestens sechs Stunden nach der Geburt das sogenannte Darmpech absetzen. Außerdem wird in dieser Zeit auch das erste Mal Harn abgesetzt. Ein gutes Zeichen sind natürlich ein reges Interesse des Fohlens an seiner Umwelt und ein guter Bewegungsdrang.

Der Traum vom eigenen Fohlen - Die Trächtigkeit

Der Traum vom eigenen Fohlen – Die Trächtigkeit [Teil 4]

Nach der ganzen Theorie vorab, wird es nun ernst: dieser Teil der Traum vom eigenen Fohlen-Reihe handelt von der Trächtigkeit der Stute. Um genau zu sein vom Zyklus, über den richtigen Zeitpunkt des Deckens bis zum Management einer trächtigen Stute.

Achtung! Ich bin kein Tierarzt – alle Informationen sind gründlich recherchiert und als Empfehlungen zu verstehen. Bitte sprechen Sie bezüglich Bedeckungszeitpunkt, Impfungen etc. mit dem Tierarzt ihres Vertrauens!

Der Zyklus einer Stute

Eine Stute wird mit einem Alter von 12-18 Monaten geschlechtsreif. Die Zuchtreife erreicht sie allerdings erst mit drei Jahren.

Außerdem sind Pferde nur saisonal Fortpflanzungsbereit. Die ersten Rossezeichen sind meist schon im Januar oder Februar eines Jahres zu erkennen. Allerdings entsteht daraus noch kein regelmäßiger Zyklus und die Eizellen reifen oft nicht heran.

Erst ab etwa März / April werden die Zyklen regelmäßig und die Stute ist fruchtbar. Ein Zyklus dauert zwischen 19 und 24 Tagen. Plötzliche Wetterwechsel können aber auch den Zyklus unterbrechen oder auch einen vorzeitigen Eisprung auslösen. Fruchtbar ist die Stute nur in der Rosse, welche 5 bis 7 Tage beträgt. Eine Stute mit regelmäßigem Zyklus hat also circa alle 14 Tage einen Eisprung und kann bedeckt werden.

Im Oktober / November endet dann die Zyklusaktivität der Stute wieder und ruht über den Winter.

Der Traum vom eigenen Fohlen - Die Trächtigkeit

Die Trächtigkeit

Eine Stute ist zwischen 320 und 355 Tagen (ca. 11 Monate) tragend. Die beste Jahreszeit um demnach seine Stute decken zu lassen ist der Frühling.

Ob eine Trächtigkeit vorliegt wird meistens zwischen dem 15. und 21. Tag eine Ultraschalluntersuchung des Tierarztes durchgeführt. Eine Trächtigkeit wird so in 97% der Fälle bestimmt. Bei einer zweiten Ultraschalluntersuchung nach etwa zwei bis drei Monaten wird die Trächtigkeit nochmals überprüft, da etwa 10-15% der Embryonen innerhalb der ersten 30 Tage resorbiert werden.

Bei einer Ultraschalluntersuchung können außerdem Zwillinge frühzeitig erkannt werden und gegebenenfalls geeignete Maßnamen eingeleitet werden.

Zwischen dem 45. und 90. Trächtigkeitstag kann zusätzlich noch ein Bluttest gemacht werden. Wird hier das PMSG Hormon nachgewiesen, ist die Stute mit einer 100%igen Sicherheit trächtig.

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Management einer trächtigen Stute

Bei trächtigen Stuten sollte Stress und Überbelastung vermieden werden, da so die Gefahr der Resorption steigt.

Während den ersten 4 Monaten der Trächtigkeit sollte eine Stute weder geimpft noch entwurmt werden. Die Stute sollte allerdings zwingend vor dem Bedecken Grundimmunisiert sein und dann während der Trächtigkeit im fünften, siebten und neunten Monat geimpft werden.

Durch eine Tetanus-Impfung etwa vier Wochen vor der Geburt, erhält die Kolostralmilch eine deutlich erhöhte Konzentration von Influenza- und Starrkrampfabwehrstoffen. Ebenso sollte sie zwei bis vier Wochen vor der Geburt entwurmt werden.

Auch die Fütterung muss während der Trächtigkeit angepasst werden. So steigt der Energiebedarf bis zu auf das 1,4-fache während der Trächtigkeit an. Ein gutes Zuchtmüsli enthält deutlich mehr Eiweiß und die nötigen Mineralstoffe (Calcium, Vitamin E, Selen, ß-Carotin etc) für trächtige Stuten.

Muss die Stute zum Abfohlen den Stall wechseln, sollte dies spätestens 4 bis 6 Wochen vor dem errechneten Abfohltermin geschehen. So kann sich ihr Immunsystem an das Keim-Milieu im neuen Stall anpassen. Diese stallspeziefischen Antikörper reichern sich ebenfalls in der Kolostralmilch an.

Traum vom eigenen Fohlen - Der passende Deckhengst

Der Traum vom eigenen Fohlen – Der passende Deckhengst [Teil 3]

Nachdem man die eigene Stute nun gründlich beurteilt hat und sich Gedanken über die Eigenschaften des zukünftigen Fohlens gemacht hat, geht es an die Hengstauswahl. Viele Hengstschauen gibt es im Jahr und man fragt sich als Laie, warum da so eine Wissenschaft daraus gemacht wird. Für meinen zukünftigen Freizeitpartner reicht doch auch der brave Hengst aus dem Nachbarstall. Aber halt – denn egal ob zukünftiges Freizeit- oder Sportpferd – man will natürlich ein gesundes Pferd züchten, dass frei von Erbkrankheiten, körperlichen und Charakterfehlern ist.

Die Eigenschaften des Deckhengstes

Der ausgewählte Deckhengst sollte bestmöglich die Schwächen der Stute ausgleichen. Ist die Stute vielleicht besonders klein, sollte man sie mit keinen kleinen Hengst anpaaren. Jetzt mag man vielleicht denken, dass man doch einfach die Stute mit dem genauen Gegenteil anpaart. Also beispielsweise eine kleine, leichte Stute mit einem großen, schweren Hengst. Das Problem bei so einer extremen Verpaarung ist allerdings, dass das Endprodukt nun gar nicht vorhersehbar ist. Gerade in die Zucht über mehrere Generationen wäre so überhaupt nicht mehr wirklich kontrollierbar.

Die Eigenschaften des Hengstes sollten also die der Stute bestmöglich ergänzen. Durch diese Selektion können aktuelle Schwächen in den nächsten Generationen regelrecht ausgemerzt werden. Das klingt zwar im ersten Moment hart, aber nur dieses gezielte Selektieren bringt die Zucht voran. Und das bedeutet ja nun auch nicht, dass man mit der perfekten Anpaarung von Stute und Hengst immer den nächsten Olympia-Kandidaten zur Welt bringt. Es spielen ja so viele Faktoren eine Rolle, dass es eben nie genau vorherzusehen ist, was am Ende dabei rauskommt. So kann aus einer Top-Verpaarung auch ein klassischen Amateur-Pferd geboren werden.

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Die Auswahl des passenden Hengstes

Um den passenden Hengst aus den hundert möglichen Hengsten auswählen zu können, sollte man sich auch mit der Nachzucht des Hengstes sowie ähnlichen Anpaarungen und Nachkommen ähnlicher Blutlinien der eigenen Stute anschauen. So kann man noch besser einschätzen, wie sich die verschiedenen Linien vererben.

Ist das Fohlen für den Verkauf bestimmt, bietet sich ein bekannter Hengst. Das steigert oft das Interesse der Käufer mehr, als wenn das Fohlen von einem Junghengst stammt, der noch nicht viele Nachkommen vorzuweisen hat. Auch wenn die Stute noch keine Fohlen bieten sich bereits häufig eingesetzte Deckhengste als möglicher Vater des zukünftigen Fohlens an. Das hat den Grund, dass man hier eben viel besser einschätzen kann, wie sich der Hengst vererbt. Hier kann beispielsweise die FN Zuchtwertschätzung zur Hand gezogen werden, in dem die Hengste nach einem Modell für ihre erblich bedingte Leistungsfähigkeit klassifiziert werden.

Hat meine seine Favoriten herausgefiltert geht es ans live anschauen. Ob auf dem nächsten Turnier, einer Hengstschau oder direkt auf der Hengststation in der täglichen Arbeit. Eine gewisse Sympathie muss ja auch zum Hengst vorhanden sein und außerdem stehen die Mitarbeiter der Hengststation mit langjähriger Zuchterfahrung auch gerne beratend zur Seite.

Allerdings darf auch nie außer acht gelassen werden, dass auch die Stute eine große Rolle bei der Vererbung spielt. Eine Faustregel besagt, dass sich die Gene des zukünftigen Fohlens aus rund 70% der Stute und nur 30% des Hengstes zusammensetzen.

Traum vom eigenen Fohlen - Der passende Deckhengst

Art der Besamung

Wichtig ist natürlich auch, dass der ausgewählte Hengst für das Zuchtbuch der Stute zugelassen ist. Dann stellt sich noch die Frage der Art der Besamung.

Nur noch selten angeboten wird der Natursprung, der allerdings die besten Chancen auf eine Trächtigkeit erzielt. Gerade für ältere Stuten oder Stuten die schlecht aufnehmen ist dies eine gute Möglichkeit. Allerdings ist hier das Verletzungsrisiko – vorallem für den Hengst – ziemlich hoch. Auch die Entfernung zwischen Hengststation und Stute macht es manchmal nicht möglich.

Alternativ dazu gibt es noch die künstliche Besamung mit Frisch-, Kühl- oder Gefriersperma. Der entsprechende Hengst wird dann auf der Hengststation zum richtigen Zeitpunkt abgesamt und der Samen per Expressversand verschickt. Die Stute kann dann bequem vom Tierarzt zuhause besamt werden. Allerdings muss bei der künstlichen Besamung das Timing stimmen. Verpasst man den Eisprung der Stute, muss man bis zur nächsten Rosse oder vielleicht sogar bis zum nächsten Jahr warten.

Der Traum vom eignene Fohlen - Eignung der Stute zur Zucht

Der Traum vom eigenen Fohlen – Eignung der Stute zur Zucht [Teil 2]

Wir träumen den Traum vom eigenen Fohlen weiter und nachdem nun die optimalen Voraussetzungen soweit geschaffen sind dreht nun alles um die eigene Stute. Denn leider ist nicht jede Stute auch gleich eine gute Zuchtstute und damit in der Lage gesunde und rittige Nachkommen in die Welt zu setzen.

Gesundheits-Check der Stute

Bevor also der Gedanke vom eigenen Fohlen weitergedacht werden kann, sollte die Stute einem Gesundheits-Check unterzogen werden. Dabei ist nicht nur die allgemeine Gesundheit – Gewicht, akute Infekte, regelmäßige Impfungen – wichtig, sondern auch ob sie Träger von möglichen Erbkrankheiten ist. Dies sollte vorab durch den Tierarzt beziehungsweise ein Labor überprüft werden.

Oft kommt ja der Gedanke des eigenen Fohlens auf, wenn die Stute plötzlich nicht mehr reitbar ist. Verletzungen schließen eine Stute nicht grundsätzlich aus, allerdings sollte man auch hier noch einmal Rücksprache mit dem Tierarzt halten, ob die Stute trotz ihrer Verletzung die Belastung der Trächtigkeit tragen kann. Außerdem nimmt die Fruchtbarkeit von Stuten schon ab dem 8. Lebensjahr ab. Sofern die Stute vorher noch kein Fohlen hatte, ist die Gefahr größer, dass sie nicht trächtig wird oder den Follikel in einem frühen Stadium resorbiert. Neben einem Hengst mit guter Samenqualität kann auch hier der Tierarzt unterstützend zur Seite stehen.

Der Traum vom eignene Fohlen - Eignung der Stute zur Zucht

Beurteilung von Exterieur und Interieur

Nun haben wir im ersten Teil von den Anforderungen an das zukünftige Fohlen gesprochen. Diese sind natürlich auch abhängig von der Mutterstute. Deshalb ist es wichtig, seine Stute ganz objektiv beurteilen zu lassen. Das kann entweder vom Zuchtverband sein, von einem erfahrenen Züchter oder auch Hengststationen stehen hier gerne beratend zur Verfügung. Denn nur wenn man die Schwächen seiner Stute kennt, kann man diese mit einer guten Verpaarung versuchen auszugleichen. Hat die Stute vielleicht einen übermäßig langen Rücken? Ist sie sehr klein oder sehr groß? Könnte der Galopp noch etwas raumgreifender sein oder am Sprung gibt es noch Verbesserungspotential?

Aber nicht nur das Exterieur der Stute spielt eine wichtige Rolle – sondern auch das Interieur. Es ist leider ein weit verbreitetes Gerücht, dass eine wilde Stute bestimmt mit einem Fohlen ruhiger wird. Sicherlich mag es solche Fälle geben, aber an dieser Stelle muss man sich bewusst die Frage stellen, ob man das Risiko für ein weiteres wildes Jungpferd eingehen möchte? Dabei möchte ich das Temperament gar nicht schlecht reden – ich liebe Pferde die sich ein bisschen zwischen Genie und Wahnsinn befinden. Es geht viel mehr um gefährliche Unarten und Verhaltensweisen, wie Steigen oder kopfloses Verhalten.

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Die Stutbuchaufnahme

Durch die Stutbuchaufnahme bekommt das Fohlen später seinen Abstammungsnachweis und ist dadurch natürlich etwas „mehr wert“, als Pferde ohne Abstammungsnachweis.

Ist die Stute bisher noch nicht in der Zucht aktiv gewesen, muss sie noch ins Stutbuch des jeweilig zuständigen Zuchtverbandes aufgenommen werden. Beziehungsweise bekommt nur so das Fohlen später seinen Abstammungsnachweis und ist etwas „mehr wert“, als Pferde ohne Abstammungsnachweis. Der Aufwand hält sich dadurch in Grenzen, dass die Stutbuchaufnahme auch noch im Jahr des Abfohlens- also mit dem Fohlen bei Fuß – gemacht werden kann. Die Stute wird dabei von einer Richterkommission an der Hand beurteilt, dabei muss sie im Trab auf der Dreicksbahn und später im Schrittring vorgestellt werden.

Stutenschauen und Zuchtstutenprüfungen müssen nicht zwangsläufig absolviert werden, dies ermöglicht der Stute nur in die „besseren“ Stutbücher des Verbandes eingetragen zu werden und bestimmte Titel zu bekommen. Eine tolle Übersicht über Stutbuchaufnahme, Stutenschau und Zuchtstutenprüfung findet ihr beim Hannoveraner Verband. Ebenso lohnt sich auch mal ein Blick in die FN Züchterfibel.