Die reinste Zeckenplage – Chemie vs. natürliche Zeckenschutzmittel

Auch dieses Jahr scheint es wieder eine ganz schlimme Zeckenplage zu geben. Und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Wie schützt man seinen verbeinigen Freund am besten? Muss es immer gleich der Griff zur Chemiekeule sein? In diesem Beitrag liste ich daher die bekanntesten chemischen und natürlichen Zeckenschutzmittel auf und ebenso gibt es unsere Erfahrung und Tipps gleich mit dazu.

Repellierende Wirkung

Zunächst einmal eine kurze Erklärung: Schaut man sich nach Zeckenschutzmitteln um, stolpert man häufig über den Begriff “repellierend”. Das bedeutet nichts anderes, als das die Zecken durch das Mittel gar nicht erst zubeißen. Wenn das Mittel nicht repellierend wirkt, beißen die Zecken erst zu und werden dann einige Stunden später durch das Mittel getötet. Die toten Zecken fallen dann zwar ab, eine Übertragung von Krankheiten kann allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Daher achte ich möglichst darauf, dass ich ein repellierendes Zeckenschutzmittel verwende um eben das Risiko von Übertragbaren Krankheiten zu senken.

Chemische Zeckenschutzmittel

Beim Tierarzt kann man jede Menge Zeckenschutzmittel kaufen: Von Spot-ons über Zeckenhalsbänder und mittlerweile auch Tabletten. Oft wirken diese Mittel auch gleichzeitig noch gegen andere Parasiten wie beispielsweise Flöhe oder Sandmücken.

Disclaimer: Bitte lasst euch von einem Tierarzt bei der Wahl eines (chemischen) Zeckenschutzmittels beraten! Ich gebe hier nur meine persönliche Erfahrung und Meinung wieder.

Spot-ons

Spot-ons werden meist in den Nacken des Hundes gegeben und verteilen sich über die Haut. Diese wirken in der Regel aber nur bis zu 4 Wochen und der Hund darf damit nicht täglich schwimmen gehen.

Sehr bekannt ist hier wohl das Spot-on von Frontline* (Affiliate Link). Dieses hat allerdings keine repellierende Wirkung gegen Zecken. Alternativ gibt es noch ein Spot-on von Advantix, welches eine repellierende Wirkung hat.

Die reinste Zeckenplage - Chemie vs. natürliche Zeckenschutzmittel

Achtung! Mit vielen chemischen Zeckenschutzmitteln dürfen Hunde nicht ins Wasser.

Anit-Zeckenhalsbänder

Bei der Wahl eines Anti-Zeckenhalsbändern ist oft die Frage – Seresto oder Scalibor?

Die Seresto-Halsbänder* (Affiliate Link) bieten bis zu 7 Monate Schutz gegen Zecken und haben dabei auch eine repellierende Wirkung. Zudem können die Hunde mit dem Halsband auch schwimmen gehen, ohne das man es abnehmen muss.

Die Scalibor-Halsbänder* (Affiliate Link) sollte man vor dem Baden abnehmen, da die Wirkstoffe für Fische und andere Organismen im Wasser giftig sind. Es hat auch eine repellierende Wirkung über mehrere Monate.

Tablette

Dann gäbe es noch die Tablette von Bravecto. Diese wird oral verabreicht und tötet festgebissene Zecken innerhalb von wenigen Stunden ab. Die Wirkung soll je nach Zeckenart 8-12 Wochen anhalten.

Ich habe Bravecto im ersten Jahr bei Brooke getestet. Die Wirkung hielt bei uns auch den ganzen Sommer an – es gab also nur eine Tablette. Allerdings sollte man damit ein wenig vorsichtig sein. Wenn der Hund den Wirkstoff nicht verträgt, hat er über mehrere Monate Nebenwirkungen. Außerdem störte mich die fehlende repellierende Wirkung und das es zu diesem Zeitpunkt noch keine Langzeitstudien zu Bravecto gab. Daher machte ich mich im zweiten Sommer auf die Suche nach einem anderen Zeckenschutzmittel.

Für meine beiden Wasserratten kommen natürlich nur Mittel in Frage, die auch problemlos im Wasser getragen können. Daher scheinden für uns schon viele chemische Zeckenschutzmittel aus.

Natürliche Zeckenschutzmittel

Natürliche Zeckenschutzmittel findet man zu Hauf im Internet. Wir haben schon einige getestet und möchten sie euch gerne als mögliche Alternativen zu chemischen Zeckenschutzmitteln vorstellen.

Kokosöl

Das wohl bekannteste natürliche Zeckenschutzmittel ist Kokosöl* (Affiliate Link). Dieses sollte man vor jedem Spaziergang dünn auf dem Fell auftragen. Auch die Gabe über das Futter soll einem Zeckenbefall vorbeugen. Wie bei allen natürlichen Mitteln, scheiden sich hier natürlich die Geister. Allerdings ist Kokosöl in Maßen auch gesund und schadet dem Hund nicht. Bei uns gibt es Kokosöl oder auch Kokosflocken hin und wieder mit über’s Futter. Eine positive Wirkung im Bezug auf Zecken konnte ich leider nicht feststellen.

Die reinste Zeckenplage - Chemie vs. natürliche Zeckenschutzmittel

Wunderwaffe Kokosöl?

Schwarzkümmelöl

2014 bei Jugend Forscht entdeckte der Ravensburger Schüler Alexendar Betz, das die Gabe von Schwarzkümmelöl gegen Zecken hilft. Hierbei sollen schon wenige Tropfen über das Futter genügen. Allerdings schädigt eine zu Hohe Dosis die Leber.

Ich habe es bei Brooke einige Monate getestet und 6-8 Tropfen über das Futter gegeben. Eine deutliche Verbesserung habe ich leider nicht feststellen können und mehr wollte ich nicht geben. Also kam mir die Idee, das Schwarzkümmelöl* (Affiliate Link) äußerlich aufzutragen. Mittlerweile verreibe ich mir vor jedem Spaziergang 2-3 Tropfen zwischen den Händen und trage es den Hunden – vorallem an Bauch, Beinen und Kopf (Achtung! Bitte nicht an/in Augen und Nase schmieren) – auf. Damit habe ich eine deutliche Verbesserung feststellen können!

EM-Keramik-Halsbänder

Dann gibt es noch EM-Keramik-Halsbänder. Die EM-Pipes werden eigentlich dafür verwendet die Wasserqualität zu verbessern. Da ein Körper zum größten Teil aus Wasser besteht, hat sich irgendjemand überelegt, die EM-Pipes umzuhängen. Angeblich sollen sie den Körper “reinigen”, das Immunsystem stärken und zum Wohlbefinden beitragen. Dadurch soll man nicht mehr so attraktiv auf Zecken wirken.

Ich bin bei so Thesen ja grundsätzlich skeptisch, also haben wir es ausprobiert. Und was soll ich sagen? Ich liebe diese Halsbänder und die Wirkung ist enorm! Beide Hunde tragen die Halsbänder möglichst den ganzen Tag – auch nachts. Während dieser Zeit haben sie keine festgebissene Zecke und nur mal eine Verirrte im Fell herumkrabbeln. Zu Testzwecken habe ich die Halsbänder mal fast 3 Wochen weggelassen und das Ergebnis war erschreckend – nach einem Spaziergang hatte ich locker 15 Zecken an EINEM Hund abgepflückt. Seitdem haben die Mäuse ihr Halsband wieder dauerhaft um.

Ätherische Öle

Auch habe ich letztens einen Beitrag über den Einsatz von ätherischen Ölen als Antizeckenschutzmittel gelesen. Da wir aktuell kein Schwarzkümmelöl mehr haben, habe ich etwas genauer recherchiert. Zum Beispiel über Rosengeranien-* und Zitroneneukalyptusöl* (Affiliate Links) liest man dabei wirklich viel. Beim Einsatz von ätherischen Ölen sollte man allerdings darauf achten sie sehr gut zu verdünnen. Zum Beispiel habe ich circa 75ml Kokosöl mit 10 Tropfen Rosengeranienöl gemischt.

Ich probiere aktuell nun erstmal ein Öl aus und werde später vielleicht mehrere Öle mischen. Allerdings sollte man dann weniger Tropfen von den einzelnen Ölen verwenden, damit man die maximale Anzahl eben nicht überschreitet. Außerdem achtet bitte auf Bioqualität! Ätherische Öle sollten nicht auf die Schleimhäute kommen und unverdünnt auch nicht auf die Haut. Ich tupfe pro Hund die Fingerspitze einmal in das Gemisch und wische dann kurz zwischen den Vorderbeinen und jeweils außen über die Hinterbeine. Das reicht dann für den ganzen Tag, eventuell auch für zwei oder drei. Da probieren wir uns ja aktuell selbst noch herum.

Auf jeden Fall kann ich bis zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Nicht mal eine krabbelnde Zecke am Hund gesehen! Zusätzlich tragen die Mädels auch noch ihre EM-Keramik-Halsbänder. In Kombination mit Schwarzkümmelöl (äußerlich) hat sich das ja schon als unser bewährtes Zeckenschutzmittel erwiesen – ganz ohne Chemie! Und die ätherischen Öle scheinen dem Schwarzkümmelöl in nichts nachzuhängen.

Jetzt würde mich natürlich noch brennend interessieren, was ihr als Zeckenschutzmittel nutzt. Kennt ihr vielleicht noch ganz andere Mittel, die sich bewährt haben? Oder habt bessere oder schlechte Erfahrungen mit dem ein oder anderen Mittel gemacht? Dann schreibt mir doch gerne einen Kommentar. Wir wünschen euch einen möglichst zeckenfreien Sommer!

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