Kennt ihr diese Situation, wenn ein anderer Hundehalter seinen Hund mit erhobener Hand anschaut und ständig sagt “Bleib. Bleiiiib. Bleibst du wohl!”? Vor dem Einzug meiner Aussiemädchen habe ich mich dazu entschlossen, dass es bei uns kein “Bleib” geben soll. Aber wie sollen sie dann trotzdem sitzen bleiben oder verschiedene Kommandos länger ausführen?

Einführung eines Auflösekommando

Das Stichwort heißt Auflösekommando. Dafür haben wir von Anfang an das Auflösekommando “OK” eingeführt. Diese “OK” gibt es immer, wenn der Hund das aktuelle Kommando auflösen darf und sich wieder frei bewegen kann. Das “OK” übe ich quasi in jeder Trainingseinheit mit den Hunden. Im jungen Alter oder bei neuen Übungen, kommt das “OK” schon direkt nach der Belohnung für die richtig ausführte Übung. Klappt eine Übung schon besser, kommt das “OK” erst nach einigen Sekunden. So lernt der Hund, dass er solange im Kommando bleiben muss, bis ich es auflöse.

Ich versuche die Zeit zum “OK” auch immer zu variieren. Ansonsten neigen die Hunde dazu, zum Beispiel direkt nach zwei Sekunden aufzustehen, weil dann normalerweise ihr Auflösekommando kommt. Ich zähle also mal bis drei, mal bis sieben oder auch mal bis fünfzehn – ganz unterschiedlich und was mir gerade einfällt.

Die Sache mit dem Kommando Bleib

Ganz ohne das Kommando “Bleib”

In der Praxis haben wir vereinzelt noch Schwierigkeiten. Gerade in aufregenden Situationen oder an spannenden neuen Orten, lösen die Hunde sich immer noch mal selbst auf. Das ganze korrigiere ich mit einem “Schade” und bringe sie wieder ins Kommando zurück. Das “Schade” soll eine Art Motivation sein. So viel wie: “Das war schon ganz gut, aber noch nicht korrekt – versuch’ es nochmal!”

Wenn ich merke, dass sie sehr kribbelig sind, versuche ich möglichst schnell aufzulösen, damit sie gar nicht erst diesen Fehler machen. Je öfter wir aber die jeweilige Situation haben, desto länger können sie auch warten. Es ist also alles eine Frage der Übung.

Mittlerweile hat sich bei mir aber auch ein “Warte” analog dem “Bleib” eingeschlichen. Gerade bei Brooke im Agility, wenn sie vor Feuereifer nur so platzt und am liebsten schon sofort durch den Parcours rasen würde, bekommt sie immer mal wieder ein “Warte”. So habe ich eine höhere Chance mich von ihr abzusetzen und einen kleinen Vorsprung zu gewinnen (sonst kommt das langsame Frauchen doch nicht hinterher…). Wenn es dann aber losgeht, bekommt sie auch ihr “OK”.

Wie handhabt ihr das? Löst ihr euren Hund auch nur auf oder bekommt er noch ein zusätzliches Kommando, wie “Bleib” oder “Warte”?

 

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4 Kommentare

  • Julia 25. Januar 2019 at 18:09

    Bei uns gibt es tatsächlich alle drei Varianten 😄
    Ich benutze grundsätzlich auch “ok” als Auflösekomando bei allen Übungen oder auch wenn wir mit Pfötchen abtrocknen fertig sind und er rein gehen kann.
    Das “warte” hat sich bei uns schon als Welpe ausversehen ergeben und ich nutze es immer noch. “Warte” ist für ihn das Signal einfach nicht weiter zu gehen, das klappt vorm überqueren der Straße oder auch wenn er zu weit vorläuft und er einfach nur warten soll bis ich da bin. Warten kann er im Stehen, liegen oder sitzen. Das entscheidet er tatsächlich nach Witterung und der Zeitspanne bis das lahmarschige Frauchen da ist😅 meistens setzt er sich wenn es zu lange dauert, im Winter setzt er sich beim Straße überqueren nur ab und zu.
    Das “bleib” behalten wir uns für echte Bleib – Übungen vor. Er macht Sitz oder Platz und muss so auf mich warten, momentan verlasse ich kurz den Raum oder gehen beim Gassi ein Stück alleine weiter und rufe ihn dann zu mir. “Bleib” als Kommando schien er einfacher zu verstehen als das ausbleiben der Auflösung “ok”. Das bleib hält er länger durch als das Warten auf das “ok” 🤷🏻‍♀️
    Unser Schäfi ist jetzt 8 Monate und hat ein großes Bedürfnis zu gefallen, ich habe keine Erfahrung ob alle Hunde mit diesen Unterscheidungen zurecht kommen würden.
    Wenn die Pubertät einschlägt kann ich wahrscheinlich froh sein wenn er sich an seinen Namen erinnert 🤪

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    • Alina 25. Januar 2019 at 19:40

      Hallo Julia!
      Da habt ihr aber doch eine tolle Unterscheidung gefunden! An sich finde ich das “Bleib” ja auch gar nicht schlimm. Hier hat sich ja auch das “Warte” eingeschlichen, was den gleichen Effekt hat. Solange ihr das konsequent durchzieht, finde ich euer Vorgehen sogar richtig gut! Ich wünsche Dir ganz viel Durchhaltevermögen für die bevorstehende Pubertät – ihr schafft das!
      Liebe Grüße Alina

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  • Mara von Hundesport Nubi 3. Februar 2019 at 10:36

    Hey Alina,

    sehr guter Beitrag!
    Wir handhaben es ebenso und unserer Erfahrung nach schafft es für den Hund Klarheit. Er bracht nicht Rätselraten, wie lange er eine Position halten soll und ob noch ein “Bleeeib” kommt.
    Unser nächster Artikel wird genau davon handeln und wir werden diesen zum Weiterlesen verlinken.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Freude beim Training,
    Mara

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  • Hund "Bleib" beibringen? Wieso ein Auflösekommando besser ist - Hundesport Nubi 28. Februar 2019 at 11:18

    […] über das Phänomen vom beschwörenden “Bleib. Bleiiib. Bleeei-heib!” gewundert. Auf ihrem Blog erzählt sie, was sie stattdessen nutzt. Nämlich das gleiche, wie wir: ein […]

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