Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll?

Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll?

Als Brooke sich damals das erste Mal auf einem Spaziergang den Rücken so verdrehte, dass sie sich etwas einklemmte und Schmerzen beim aufstehen und hinlegen hatte, war der Schock groß. Zunächst ging es natürlich erstmal zum Tierarzt, um Schlimmeres auszuschließen. Anschließend ging die Suche nach einem passenden Tierphysiotherapeuten los. Und da dies gar nicht so einfach war, möchte ich euch heute alles rund ums Thema Tierphysiotherapie erzählen und euch am Ende noch Tipps zur Suche nach dem passenden Physiotherapeuthen mit auf den Weg geben.

Wann macht Tierphysiotherapie Sinn?

Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll?

Ein Besuch bei der Tierphysiotherapie kann aus verschiedenen Gründen Sinn machen. Gerade nach Operationen kann eine physiotherapeutische Behandlung zur besseren Heilung und zur schnelleren Mobilisierung beitragen. Aber auch bei Gelenkerkrankungen, Sportverletzungen oder dem gezielten Muskelaufbau kann Physiotherapie nützlich sein.

Als meine Pferde noch aktiv auf Turnieren gestartet sind wurden sie regelmäßig von einer Tierphysiotherapeutin behandelt. In meinen Augen waren sie zu diesem Zeitpunkt nämlich Leistungssporter. Zwar habe ich sie immer gewissenhaft aufgewärmt, trainiert und auf ihre Bedürfnisse geachtet, aber ein unerwarteter Satz zur Seite oder unkontrolliertes Losrennen wenn es morgens endlich auf die Weide geht bleibt leider nicht immer aus. Da geht es dann ganz schnell, dass sich die Muskeln verspannen oder sogar Blockaden entstehen. Einiges lässt sich durch gezieltes Gymnastizieren lockern, aber es ist nicht verkehrt in regelmäßigen Abständen eine Fachmann draufschauen zu lassen. Und wenn dieser mal keine “Probleme” entdeckt, so hat sich das Pferd immerhin eine schöne Massage verdient. 😉

Ähnlich sehe ich das ganze auch bei meinen Hunden – denn auch hier sind wir sportlich im Agility unterwegs. Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass Tierphysiotherapie nur was für Sportler oder Rentner ist. Wie am Anfang geschrieben, war Brooke bei ihrem ersten Physiotherapie-Besuch etwa ein Jahr alt. Und der “Unfall” ist auch noch beim täglichen Toben über eine Wiese passiert.

So läuft die Tierphysiotherapie ab

Bei einer physiotherapeutischen Behandlung wird zuerst eine Ganganalyse gemacht und anschließend das gesamte Pferd oder auch der gesamte Hund auf seine Beweglichkeit durchgechecked. Mittels Massage, Dehnung und gegebenenfalls gezielter Manipulation werden die verspannten Stellen wieder mobilisiert. Es gibt aber noch viel mehr Therapieformen, die je nach Befund sinnvoll sein können. Dazu zählen zum Beispiel Laser-, Magnetfeld- und Unterwassertherapie. Zusätzlich werden von vielen Physiotherapeuten auch Akupunktur, Chiropraktik, Kinesiologie und vieles mehr angeboten.

Bisher habe ich bei unseren Tierphysiotherapie-Besuchen immer kleine Übungen für zu Hause gezeigt bekommen. So kann man möglichen Problemzonen und Verletzungen auch ganz wunderbar vorbeugen.

Für die Hunde habe ich beispielsweise das langsame Slalomgehen empfohlen bekommen um die Biegung zu fördern oder auch kontrolliertes Steigen über ein Mini-Cavaletti. Dabei ist wichtig, dass der Hund langsam geht und jedes Bein einzeln über die Stange hebt, anstatt in einem Satz darüber zu springen. Zusätzlich nutzen wir auch ein Balancekissen zur gezielten Stärkung der Muskulatur.

Pferde biege und dehne ich neben der Arbeit unter dem Sattel auch gerne mal ganz entspannt im Stall. Dafür einfach ein Leckerchen ganz langsam zur linken oder rechten Flanke führen und dort belohnen.

Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll?

Den richtigen Tierphysiotherapeuten finden

Die Tierphysiotherapie ist leider keine staatlich geregelte Berufsausbildung. Daher solltet ihr euch im Vorfeld gut informieren, wem ihr euren geliebten Vierbeiner anvertraut. Fragt am besten euren Tierarzt, wen er empfehlen kann oder andere Hundebesitzer in eurem Umkreis.

Ich habe glücklicherweise eine Tierphysiotherapeutin gefunden, die ursprünglich als Tierärztin gearbeitet hat und demach Tiermedizin studiert hat. Dort habe ich mich fachlich sehr wohl gefühlt und vorallem hätte es auch den Vorteil, dass Sie uns direkt Medikamente verschreiben kann.

Und jetzt interessiert mich eure Meinung: Habt ihr euer Tier schon einmal von einem Physiotherapeuten/Osteophaten behandeln lassen und wie sind eure Erfahrungen?

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6 Kommentare

  • Fazit nach #28daysofblogging » EquiCani Lifestyleblog 1. März 2018 at 23:08

    […] Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll? […]

    Reply
  • Kerstin 2. März 2018 at 19:50

    Wir sind auch regelmäßig bei der Physio – oder vielmehr kommt sie zu uns nach Hause – da ich es so sehe wie du: Wenn der Hund im Hundesport ist, hat er sich ein regelmäßiges Wohlfühlprogramm einfach verdient.

    Unser erster Physiotermin in einer anderen Praxis verlief allerdings alles andere als entspannt und mit der Erfahrung habe ich sehr genau darauf geachtet, dass sich mein Hund wohlfühlt. Ich halte nix von Physiotherapeuten, die darauf bestehen, dass der Hund auf der Seite liegen muss. Das ist eine reine Vertrauenssache. Und so bin ich sehr dankbar, dass wir unsere Physio gefunden haben, die es versteht, auf den Hund einzugehen.

    Unsere Physio ist übrigens auch Osteophatin und macht grad eine Zusatzausbildung zur Chiropraktikerin. Das rundum-Paket 😉

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    • Alina 19. April 2018 at 21:10

      Ich sehe es genauso – ein guter Tierphysiotherapeut muss für mich auch auf mein Tier eingehen. Wenn das sich nicht gleich auf die Seite schmeißt und ‘ne halbe Stunde regungslos liegen bleibt, sollte er damit umgehen können. Ah super! Da habt ihr ja das Rundum-Wohlfühpaket! 🙂
      Liebe Grüße Alina

      Reply
  • Wann ist Tierphysiotherapie sinnvoll? » Reitsportblog Equnity 17. März 2018 at 17:34

    […] Weiterlesen » […]

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  • Tabea 19. April 2018 at 14:31

    Als mein Pferd seinen Schweif etwas schräg trug, habe ich auch eine Tierphysiotherapeuten geholt. Ich hatte einen Tipp von einer Bekannten bekommen, worauf ich bei der Auswahl achten sollte, die die Ausbildung auch absolviert hat, aber zu dem Zeitpunkt nicht arbeiten konnte, weil sie schwanger war.
    Zum Glück war nichts Ernstes. Mein Pferd ist schon alt (24) und dafür gut in Schuss – laut dem Tierphysiotherapeuten. Die Behandlungskosten fand ich gerechtfertigt. Er hat sich immerhin eine Stunde mit meinem Pferdchen beschäftigt.
    Regelmäßig lasse ich nicht drüber schauen, aber sobald mir etwas auffallen würde, würde ich ihn sofort wieder kommen lassen. Ich kann das nur empfehlen.

    Viele Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

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    • Alina 19. April 2018 at 21:11

      Ich glaube auch ein Tierphysiotherapeut ist erstmal ein wenig günstiger als direkt zum Tierarzt und alles Mögliche spritzen lassen. Da konnte deinem Pferdchen ja gut geholfen werden! Prima! Ich wünsche euch noch ganz viele tolle gemeinsame Jahre!
      Liebe Grüße Alina

      Reply

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