Nichtsahnend holt man sich einen süßen flauschigen Welpen ins Haus. Die ersten Wochen sind zwar anstrengend, aber wenn der Welpe den Kopf schief legt und einen mit seinen Knopfaugen anschaut… Na da kann man doch glatt über das Häufchen auf dem furchtbar teuren Wohnzimmerteppich hinwegsehen.

Wenn der Welpe zum Pubertier wird

Herrchen und Frauchen sind furchtbar stolz, wie schnell ihr kleiner Welpe doch lernt. Sitz, Platz und Rückruf klappen wunderbar. Im Welpenkurs ist der Knirps natürlich der Streber schlechthin. Man möchte glauben, dass die exponentiell steigende Lernkurve so anhält. Doch nachdem die Welpenzähnchen ausgefallen sind entwickelt sich der kleine süße Welpe entwickelt sich plötzlich zum wilden Biest.

Ich darf da nicht hin? Dann erst recht. Rückrüf? Was ist das denn? Sitz und Platz wird vertauscht oder komplett ignoriert. Die Wohnung wird zur Rennbahn deklariert und täglich werden neue Bahnrekorde seitens des Pubertiers aufgestellt. Von einem auf den anderen Tag scheint der kleine Streber-Welpe alles vergessen zu haben. Da hilft nur eins, liebe Frauchen und Herrchen – durchhalten! Die Phase ist ganz normal und geht vorbei.

Wenn der Welpe zum Pubertier wird

Ruhe und Konsequenz für das Pubertier

Brooke war das Pubertier schlechthin. Allerdings hatten wir die Phase schnell hinter uns. Konsequenz ist hier das A und O. Madame kam nach dem ersten fehlgeschlagenen Rückruf sofort an die Leine. Anschließend folgten einige Wochen ausnahmslos Schleppleinentraining. Außerdem bauten wir gleichzeitig noch einen Superrückruf auf – mittels Pfeife und Katzenfutter als Belohnung. Tricks habe ich in der Zeit kaum geübt, da Brooke sowieso alles falsch verstanden hat oder falsch verstehen wollte – wer weiß das schon. Viel Ruhe hat ihr geholfen, wieder mit sich selbst klarzukommen. Dazu natürlich klare und konsequente Regeln meinerseits.

Das hört sich jetzt zwar irgendwie gar nicht so schlimm an, aber es hat definitiv viele viele Nerven gekostet. Brooke ist eine Meisterin der Diskussion und ein Sturkopf. Die Frage ist hier nur, wer den größeren Dickschädel hat – Hund oder Frauchen? Irgendwie habe ich aber auch das Gefühl, dass uns diese Hürde enorm zusammengeschweißt hat.

Wenn der Welpe zum Pubertier wird

Ivys Pubertier Phase war tatsächlich etwas lockerer als die von Brooke. Ich war aber auch seelisch und moralisch auf das Schlimmste gefasst, vielleicht kam es mir auch nur so vor. Ivy hat als Welpe sehr an mir geklebt und dackelte beim Gassi nur um meine Füße herum. Während der Pubertät wurde sie dann etwas selbstständiger, hat sich auch mal getraut einen etwas größeren Radius anzulegen. Kommandos haben bei ihr soweit funktioniert. Man musste sie nur einige Male wiederholen, da das Gehirn des Pubertiers eine ziemlich lange Leitung hatte.

Also haltet durch, liebe Junghundebesitzer und Besitzerinnen. Ihr schafft das! Und wenn ihr noch Tipps habt, schreibt sie gerne in die Kommentare und tauscht euch aus. 🙂

Titelbild by Laura Rotterdam Fotografie <3

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7 Kommentare

  • Julia 15. November 2017 at 9:29

    Ohja ich bin so froh wenn diese Phase vorbei ist 😀
    Im Moment testet sie wie ihre Grenzen sind und reizt diese sehr aus. Täglich gibt es die Diskussion “Teppich knabbern ist tabu.” Oder auch “Es gibt noch kein Fresschen” .. Aber wenn Sie zum kuscheln kommt ist alles wieder vergessen.

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    • Alina 19. Februar 2018 at 15:53

      Liebe Julia,
      durchhalten! Ihr schafft das! 🙂
      Liebe Grüße, Alina

      Reply
  • Hannis Welt 15. November 2017 at 10:15

    Vielen Dank! Wir sind gerade in der Schleppleinen Phase und irgendwie hab ich das Gefühl, mehr darunter zu leiden als der Hund. So richtig losflitzen ist an 10m nicht mehr so möglich. Aus dem Beitrag lese ich heraus, dass es sinnvoll, bzw. möglich ist, das durchzuziehen. Das bestärkt mich.
    Lieben Gruß,
    Jule

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    • Alina 19. Februar 2018 at 15:54

      Liebe Jule,
      oh ja, das kenne ich nur zu gut! So doof es ist, wenn Du das durchziehst zahlt es sich nachher nur doppelt und dreifach aus – sowohl für Dich als auch für Deinen Hund.
      Liebe Grüße, Alina

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  • 5 Dinge, die ich beim nächsten Welpen anders machen werde 13. Februar 2018 at 12:50

    […] funktionierte solange ziemlic gut, bis Ivy zum Pubertier mutierte und so ziemlich alles in Frage stellte und sowieso die Ohren auf Durchzug stellte. Wenn man dann […]

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  • Zweithund - War es die richtige Entscheidung? » EquiCani Hundeblog 13. Februar 2018 at 15:45

    […] erinnere mich noch gut an Ivy’s zweite Pubertät. Sie hörte erst auf den zweiten Rückruf, war unkonzentriert und wirbelte durch ihre kleine bunte […]

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  • Steffi 20. Mai 2018 at 21:26

    Oh ja…
    Yuna ist eineinhalb, ich weiß also leider gerade ganz genau wie das mit der Pubertät ist. Schleppleine ist für uns im Moment auch unerlässlich. Und meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit dem Hund Freiraum zu geben und trotzdem die Möglichkeit zu haben zu groben Unsinn zu vermeiden. Bei uns ist Tricks üben gerade bei besonders heftigen Pubertätsschüben tatsächlich das MIttel der Wahl um mich wieder interessant zu machen. Wir üben dann die Tricks die Yuna gut kann und die ihr Spaß machen. Dadurch schafft sie es dann teilweise sich zu konzentrieren und hat wieder Spaß daran mit mir gemeinsam etwas zu machen. Und da ich bei den Tricks ganz entspannt sein kann ob sie klappen oder nicht kann ich auch anders in die Übungen gehen als wenn es beispielsweise um Rückruf geht.
    Meine Hundetrainerin hat es sehr nett formuliert: “Der Streber ist doch ein Hund – mitten im Hormonchaos”
    Liebe Grüße
    Steffi

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