Einige Wochen war es ruhig hier auf dem Blog und auf unseren Social Media Kanälen. Und das leider nicht ohne Grund. Einige Zeit habe ich überlegt, ob ich darüber schreiben soll, aber letztendlich ist eben nicht immer alles wunderbar und einfach.

Ich glaube es war einer der schlimmsten Tage, die ich bisher je erlebt habe. Und erst recht der schlimmste Tag als glückliche Besitzerin von zwei wunderbaren Australian Shepherd Mädels. Seitdem steht hier die Welt Kopf und noch ist unklar, wie es weiter geht.

Der Tag an dem alles begann

Ich hatte seit etwa drei Wochen meinen neuen Job und die Hundemädels gingen tagsüber immer in die Hundetagesstätte im Nachbarort. Dort haben wir sie langsam an ihr neues Umfeld gewöhnt und ich habe bis heute den Eindruck, dass sie dort wirklich gerne hin gehen. Und im Endeffekt ist es für sie sicher hundert Mal schöner, als 10 Stunden am Tag alleine zuhause vor sich hinzuvegetieren.

So war es also ein Morgen wie jeder Andere – eine gemütliche Gassirunde, Smoothie mixen und für die Arbeit fertig machen. Mit Hunden und Arbeitstasche ging ich also aus der Wohnungstür und drehte mich um, um diese abzuschließen. Und dann krachte es. Aus heiterem Himmel. Ohne Drohung, ohne – für mich erkennbare – Anzeichen. Als ich mich wieder zu den beiden drehte, hingen die sie schon zähnefletschend ineinander. Meine Mühe hatte ich, die beiden auseinander zu pflücken und blieb dabei auch nicht ganz unversehrt. Nachdem ich Einen in das kleine Badezimmer separieren konnte, brach für mich eine Welt zusammen. Beide hatten sich rund ums Maul und auch an den Vorderbeinen verletzt. Also ging es erstmal zum Tierarzt, der die Wunden der beiden erstmal ordentlich säuberte und direkt Antibiotika spritzte. Gerade Ivy hatte es irgendwie geschafft, ihre eigene Lefze mit dem Fangzahn aufzuspießen, aber das war noch eine der kleineren Verletzungen.

Wenn die eigenen Hunde sich plötzlich streiten

Wenn die Welt plötzlich Kopf steht

Seitdem werden die beiden separiert. Zu ihrer eigenen Sicherheit. Während Ivy gerne noch Brooke provozieren möchte, steht diese schon angespannt in Abwehrhaltung da. Deshalb gehen wir jetzt erstmal Einzelrunden. In der Hundetagesstätte sind sie zwar auch noch im selben Raum, aber durch ein Gitter getrennt. Ansonsten haben wir in richtige Drahtmaulkörbe investiert. Einfach, weil ich denke, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem wir noch einmal versuchen müssen, die beiden zusammenzulassen. Und ehrlich gesagt habe ich vor diesem Tag unfassbare Angst.

Es ist natürlich eine größere Belastung den beiden jetzt jeweils ein eigenes Süppchen zu kochen um ihnen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Und ich wünsche mir nichts mehr, als irgendwann endlich wieder zusammen mit den beiden etwas unternehmen zu können. Denn auch für die Beiden stelle ich mir das nicht gerade schön vor, immer in Anspannung zu sein, wenn die jeweils andere sie nur anschaut. Um wenigstens einen kleinen positiven Aspekt zu sehen – die Einzelrunden sind wunderbar für unsere Leinenführigkeit und beide lernen jetzt regelmäßig auch das “alleine alleine” bleiben.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

…und damit meine ich nicht nur die Ursache für dieses plötzlich auftretende Problem. Denn einige Tage nach dem Vorfall machte ich mich schon auf die Suche nach einem Hundetrainer. Doch das gestaltete sich schwerer als gedacht. Letztendlich haben wir eine hoffentlich ganz wunderbare und kompetente Trainerin gefunden. Unser Training beginnt aber leider auf Grund des vollen Terminkalenders voraussichtlich erst im August oder sogar erst im September.

Dieses Zeitfenster heißt es jetzt noch zu überbrücken. Irgendwie ein möglichst entspannten und fairen Tagesablauf für die beiden Hundemädels zu schaffen, auch wenn ich dafür einige Abstriche machen muss. Und vor allem die Situation nicht noch weiter zu festigen und beiden im Einzeltraining mehr Ruhe und Sicherheit zu geben.

Wenn die eigenen Hunde sich plötzlich streiten

Von Vorwürfen bis hin zu absoluter Hilflosigkeit

Für mich trat die Beißerei aus heiterem Himmel auf. Ich kann mir bis heute nicht erklären, was der Auslöser war, beziehungsweise ob ich Anzeichen übersehen habe. Da kommt einem erstmal die neue Arbeitssituation und damit der neue Tagesablauf in den Sinn. Obwohl ich mir einfach sicher bin, dass die beiden sich unfassbar wohl in der Hundetagesstätte fühlen. Brooke will oft gar nicht gehen und lässt sich von den Pflegern zum Abschied noch ausgiebig den Bauch kraulen.

Absolut unerklärlich ist für mich, dass es keine “Drohung” gab, bevor das ganze so eskalierte. Auch in der Hundetagesstätte gab es keinen Vorfall, der eine solch extreme Wendung erklären würde. Innerhalb von Sekunden schlug die Stimmung um. Ich mache mir unfassbar viele Vorwürfe und Frage mich nun bei allem was ich tue, ob ich etwas falsch mache. Die Zeit mit den Hunden zu genießen, den Ausgleich zu haben, ist aktuell für mich fast nicht möglich. Dabei ist mein größtes Ziel den beiden ein schöne und hundegerechte Zeit zu bieten.

Fest steht aber, dass wir nun alles versuchen werden, um die Situation wieder zu entspannen. Und da erwarte ich nicht, dass die beiden irgendwann kuschelnd im Hundebett liegen. Einfach nur ein respektvolles Leben miteinander ohne den anderen direkt zerfleischen zu wollen. Das heißt jetzt erstmal Hundetrainer und langfristig steht bei keiner Besserung auch noch eine Kastration im Raum. Da gehen ja allerdings die Meinungen und Erfahrungen drastisch auseinander. Also wenn ihr dazu persönliche Erfahrungen habt was das Aggressionsverhalten vor und nach der Kastration angeht, würde ich mich sehr über einen Kommentar oder eine Mail freuen.

Eine Abgabe einer meiner geliebten Seelenhunde steht erstmal nicht zur Debatte. Allein beim Gedanken daran, zerbricht mein Herz. Wenn letztendlich aber jeglicher Versuch scheitert und es zum Wohl der Hunde die einzig richtige Entscheidung ist, werden ich mich wohl auch damit abfinden müssen. Aber solange kämpfen wir uns durch diese schwere Zeit und hoffen, dass sich alles wieder zum Guten wendet.

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11 Kommentare

  • Dani 12. Juli 2019 at 22:01

    Ich glaube dass ist der Alptraum eines jeden Mehrhundehalters. Inuki und Skadi rasseln auch ein bis zwei mal im Jahr aneinander. Zum Glück ist da mehr getöse als echte Verletzungsabsicht. Blut ist noch nie geflossen und danach ist alles wie immer.

    Haben sich deine beiden denn schon einmal gebissen? Ich habe schon oft Schauergeschichten von “Hündinnenkämpfe” gehört. Ich hoffe wirklich, dass sich das bei euch wieder einpendelt ♥

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    • Alina 13. Juli 2019 at 20:46

      Liebe Dani,
      danke für Deinen lieben Kommentar!
      Nein, bisher ist so etwas Ernstes auch noch nie passiert. Klar wurde mal gekabbelt, aber immer fair und danach war auch alles wieder gut. Daher kam das für mich persönlich wie aus dem Nichts. Ich bin sehr gespannt, was die Hundetrainerin bei unserem ersten Termin sagen wird.

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  • Franziska 13. Juli 2019 at 23:01

    Liebe Alina
    Das ist mit unseren beiden Aussies, Rüde und Hündin, leider auch schon passiert, mittlerweile 3 mal, und jedesmal ohne Vorwarnung, zack hingen sie aneinander. Einmal, weil mein Partner mit einem Bierstengel an den Beiden vorbei ging, die anderen beiden Male beim Terrassentüre öffnen, weil beide gleichzeitig rausgerannt sind und sich dann gefetzt haben.
    Jedesmal ist Blut geflossen, einmal mussten wir Flys Pfote nähen. Ich nehme sie jetzt beide ins Sitz, bevor sie rausdürfen, und so geht es..das ist für mich der grösste Alptraum und ich kann dich sehr gut verstehen. Ich hatte jedesmal Angst, dass sie sich nicht mehr vertragen, glücklicherweise ging es immer wieder. Aber es ist schrecklich, sowas zu sehen und sie auseinander zu reissen noch viel schrecklicher. Ich wünsche euch alles Gute, und dass es eine Lösung gibt mit der Hundetrainerin.
    Liebe Grüsse
    Franziska

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    • Alina 14. Juli 2019 at 12:49

      Liebe Franziska,
      das klingt auch echt schön 🙁 Ich drücke euch die Daumen, dass es bei euch weiterhin so positiv läuft! Ich denke, ein bisschen mehr “Zucht und Ordnung” wird hier am Ende auch helfen.
      Liebe Grüße Alina

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  • Polly 14. Juli 2019 at 11:09

    Leider kenne ich dieses Problem nur zu gut. Wir haben zwei Wurfgeschwister (ein Pärchen) aus Handaufzucht, behalten. Die ersten beiden Jahre ging alles sehr gut. Sie haben zusammen aus einer Schüssel gefuttert und in einem Bett geschlafen. Um “Unfälle” zu vermeiden, sind beide kastriert. Irgendwann fing die Hündin an den Rüden einzugrenzen. Wenn ich gerufen habe, durfte er nicht zu mir kommen, sie schnitt ihm den Weg ab. Wenn man ihn angefasst hat, drängte sie dazwischen usw. Beide stehen auch ziemlich hoch im Erregungslevel (Altdeutsche Hütehunde), und irgendwann krachte es. Sie waren sofort fest ineinander verbissen und das auch in Beschädigungsabsicht. Wir konnten sie zum Glück trennen, ohne schwere Verletzungen. Danach wurde es immer schlimmer, beim kleinsten Anlass passierte es wieder, sie waren kurz steif und peng….
    Unsere und ihre Nerven lagen blank. So schade wie es ist, wir halten sie getrennt. Wir können ihnen nicht mehr vertrauen. Und je mehr sie unsere Anspannung spüren, desto größer ist die Gefahr, dass es wieder passiert. Sie sind jetzt sechs und sehen sich nur noch durch einen Zaun getrennt. Es steht nicht zur Debatte einen wegzugeben, aber es ist auch immer viel Management gefragt. Und eben auch viel Zeit alles mit jedem Hund einzeln zu machen. Meine Fazit für mich, ich werde nie wieder mehr als einen Hund zur gleichen Zeit haben.
    Ich wünsche euch alles Gute, das ihr das Problem lösen könnt.

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    • Alina 14. Juli 2019 at 12:51

      Liebe Polly,
      danke, dass Du Deine Erfahrungen mit mir teilst! Das klingt ja leider nicht sehr schön. Aber ich finde es beeindruckend, dass ihr das Ganze so fair managed und keinen der beiden abgebt. Ich merke ja momentan selbst, wie viel anstregender das ist. Ich hoffe sehr, dass wir das mit einem guten Hundetrainer und jeder Menge Zeit irgendwie wieder gerade gebügelt bekommen. Euch wünsche ich von Herzen alles Gute <3
      Liebe Grüße Alina

      Reply
  • Entspannt allein zuhause mit dem Furbo [Werbung] » EquiCani 14. Juli 2019 at 18:02

    […] weiß, dass das alleine bleiben bei uns hier immer eine kleine Hürde ist. Aber gerade nach dem heftigen Streit der Hundemädchen, müssen sie sogar “alleine alleine” bleiben. Doch gerade Ivy, hat damit so ihre […]

    Reply
  • Claudia Esch 14. Juli 2019 at 18:05

    Hallo Alina,
    wir haben vier Aussies, einen Rüden, jetzt 12,5 Jahre, eine Hündin, jetzt 11,5 Jahre und zwei Kinder von ihr, ein Mädel und einen Rüden 8,5 Jahre.. Vor fünf Jahren hatte ich einen Meniskusriss und bin drei Monate ausgefallen, wir hatten zu der Zeit zwei Geschäfte und bedingt durch meinen Riss die Vorzeichen nicht erkannt. Ich war mit einer Freundin esse, da rief mein Mann an, ich sollte sofort nach Hause kommen, die Hunde sind übereinander hergefallen. Als ich nach Hause kam, saß mein Mann im Flur, überall Blut. Der jüngere Rüde ist über den älteren hergefallen und wäre mein Mann nicht dazwischen gegangen, wäre der ältere tod. Einen Tag später sind beide Mädels läufig geworden. Wir denken, die ganze Situation hat den Vorfall verursacht. Seitdem haben wir zwei Rudel bei uns, die beiden älteren zusammen und die beiden Geschwister. Nach langer Zeit haben wir beim spazieren gehen, die Rüden vorsichtig wieder aneinander gewöhnt, was auch funktionierte und sie wollten nach einiger Zeit auch ein bisschen spielen, das haben wir aber unterbunden, damit es nicht zu schnell und heftig wird. In der Wohnung wollten wir es auch nie wieder versuchen, da einfach zu eng. Das hat sich auch vor ca. drei Monaten bewahrheitet, dir jüngere hat herausgefunden, das man über das Kindergitter springen kann und der ältere hat sicher in seinem Zimmer gemeckert und beide sind wieder aneinander geraten. Zum Glück nicht so heftig wie beim ersten Mal… Seitdem lassen wir es auch beim spazieren gehen. Mit 12,5 Jahren muss ich das nicht mehr ausprobieren…. Wir haben uns damit arrangiert, gehen mit den Hunden separat und achten darauf, das sie in der Wohnung nicht nochmal aufeinander treffen…Ein Abgeben eines der beiden war für uns nie eine Option, Kinder, die sich streiten, gibt man auch nicht ins Heim..
    Ich drücke Dir alle Daumen und Pfoten bei Deinen zweien. Such Dir einen Trainer, der sich auch mit der Rasse auskennt. Aussies sind sehr speziell und nicht immer mit anderen zu vergleichen.

    Vielleicht hilft es Dir, das Du mit so einer Situation nicht alleine bist und es Rudel und Menschen gibt, die ein ähnliches Problem meistern…
    LG Claudia mit Jack, Joy, Kyla und Bryan

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    • Alina 15. Juli 2019 at 15:22

      Liebe Claudia,
      danke, dass Du Deine Erfahrung mit mir teilst. Das klingt ja wirklich heftig und bedarf sicher einiges an Management. Aber du hast recht – ein Kind gibt man ja auch nicht einfach ab, wenn es nicht mehr funktioniert. Wir haben jetzt den ersten Termin bei unserer Hundetrainerin und ich hoffe, dass wir das wieder hinbekommen. Und ansonsten gibt es sicher noch viele andere Hundetrainer und Ansätze die wir versuchen werden.
      Liebe Grüsse Alina

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  • Polly 15. Juli 2019 at 15:52

    Ich würde es ja richtig toll finden, wenn du euer Training und eure Wege weiter mit uns teilst. Danke Alina!

    Reply
  • Ines Hatton 21. Juli 2019 at 20:59

    Hallo Alina,
    ich lese selten Blogs, aber deiner passt grade wie Faust auf Auge. Ich habe zwei Hündinnen, eine kleine Schäferhündin und eine junge Mali Dame die aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist. Auch bei uns funktionierte es bis zur ersten Läufigkeit der Mali Hündin problemlos und von heute auf morgen brach ein riesen Streit vom Zaun. Inzwischen ist das schon häufiger passiert, teilweise mit sehr kritischen Verletzungen die in der Tierklinik behandelt werden mussten. Ich habe die beiden Mädels von Anfang an zusammen gelassen, einfach um irgendwie eine Chance zu haben zu erkennen, was die nächste Eskalation auslöst. Da beide in absoluter Beschädigungsabsicht handeln, laufen die nur mit Drahtmaulkörben frei, wodurch man sie sehr gut trennen kann. Man muss es natürlich aushalten könnenvmit anzusehen wenn sich die eigenen Hunde prügeln, aber so weiß ich jetzt wenigstens ganz gut was die auslösenden Faktoren sind und wie ich früh genug intervenieren kann (anders hätte ich ja gar keinen “Ansatzpunkt” finden können). Die Attacken gehen deutlich zurück, aber das Misstrauen wäre sicher größer wenn ich die beiden direkt getrennt hätte. Ihr findet mit Sicherheit euren Weg und wünsche dir viel Durchhaltevermögen, niemand der sowas nicht erlebt, kann sich die psychische Belastung vorstellen. Die Daumen sind gedrückt!

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Time to say goodbye

Zumindest zu diesem Blog, der mittlerweile einen großen Berg an verschiedenen Themen umfasst. Aber es wird natürlich weitergebloggt, allerdings auf themenspezifischen Blogs.

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